Neu! Mikrofarming

Mit dem Market-Garden als Teil des regenerativen landwirtschaftlichen Systems am Hengstbacherhof, wollen wir die vom Weltagrarbericht postulierte Landwirtschaft des 21. Jahrhundert mit voranbringen. Auch in einem intensiven System wie dem Gemüseaufbau ist es möglich Boden und Biodiversität aufzubauen und gleichzeitig erfolgreich zu wirtschaften. Dabei geht es uns vor allem um die Vorbildwirkung und darum in den folgenden Jahren Andere zur Nachahmung zu befähigen.

Der Market Garden ist auch ein erster Baustein des Kompetenzzentrum Regenerative Landnutzung. An diesem Market Garden soll getestet, geforscht und entwickelt werden und generiertes Wissen soll möglichst breit gestreut werden. Denn kleine Maßnahmen müssen viele Nachahmer finden um einen großen Effekt zu haben! Unsere Vision ist es eine breite Basis an Akteuren aufzubauen, die uns helfen auf eine regenerative Landbewirtschaftung umzusteigen – Ökologie und Wirtschaftlichkeit sollen hierbei Hand in Hand gehen. Unsere Zielgruppe sind also Menschen, die Boden bewirtschaften wollen und bereit sind sich auf einen neuen Weg zu begeben für eine gesunde Zukunft!

Die Einbettung des Market Gardens an das bestehende landwirtschaftliche System am Sitz der Stiftung Lebensraum wird ein Leuchtturm für Regenerative Landwirtschaft. Er soll einen wichtigen Beitrag für die große Transformation ist, die uns bevorsteht und die viele Ebenen des Zusammenlebens betreffen: Gesunde Ernährung – Klimaschutz – Schutz und Aufbau unserer wertvollen Ressource Boden – fair bezahltes Arbeiten – Arbeitsplätze im Grünen – Biodiversität.

Die Erträge der biointensiven Gemüsewirtschaft sollen vermarktet werden. Wir berichten in Kürze mehr darüber.
Gefördert wird diese Initiative der Stiftung von der Deutschen PostCode Lotterie

In Kanada hat sich in den letzten Jahren eine Bewegung zum sogenannten „Market Gardening“ stark gemacht. Vorreiter der Bewegung war Eliot Coleman, dem sich weitere Wegbereiter wie Jean-Martin Fortier anschlossen.

Auf wenigen Tausend m² Fläche werden dort mit überwiegend manueller Arbeit, ökologisch wie ökonomisch gesehen sehr produktive Gärten oder Mikrofarmen angelegt, die völlig auf Pestizide verzichten, den Aufwand an Investitionen minimal halten und gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität fördern. Eine effektive Anordnung der Beete mit innovativen aber einfachen Werkzeugen zur Bodenbearbeitung und Ernte ermöglichen dies.

Im Agroforstsystem des Hengstbacherhofs wird Gemüse nach dem Prinzip des „Market Gardening“ angebaut. Hierbei werden die klassischen Beetbreiten von 75 cm mit 45 cm Bearbeitungswegen eingehalten, um ein rein manuelles System darzustellen.

Neben einjährigen Gemüsekulturen, wie im klassischen „Market Gardening“ üblich, werden hier auch mehrjährige Kulturen eingesetzt, die einen fließenden Übergang zu den Gehölz-Elementen des Agroforstsystems ergeben.

Zu den Prinzipien die hier Anwendung finden und deren Effekte im Kontext eines „Market Gardens“ untersucht werden, sind minimale Bodenbearbeitung zum Schutz der Bodengesundheit, Verzicht auf Pestizideinsatz, permanente Begrünung der Flächen (inklusive Winterbegrünung) sowie aktiver Humusaufbau u.a. über die Fermentation von Ernteresten und Begrünungen auf der Fläche mit Hilfe von Effektiven Mikroorganismen oder biologisch aktivierter Pflanzenkohle.