Unsere große, kleine Farm

Nicht nur Kinder lieben Märchen, auch Erwachsene sind davon fasziniert, weil in vielen Märchen unsere Träume ebenso wie unsere Ängste konzentriert und verdichtet durchlebt werden können. Und wenn das Märchen dann auch noch heute in der realen Welt tatsächlich stattfindet, dann kann ein Märchen uns ermutigen, unsere eigene Vision zu leben. Von diesem Mut konnte man etwas spüren, nachdem das letzte Bild des erzählerischen Dokumentarfilms “Unsere große, kleine Farm” ausgeblendet war. Unsere Stiftung Lebensraum hatte ins Bali Kino nach Alzey eingeladen und rund 70 interessierte Menschen aus der Region waren gekommen und ginge mit wunderbaren Bildern wieder nachhause.

Die Geschichte des Films ist schnell erzählt. Eine Food-Bloggerin und ein Tierfilmer aus Los Angeles, Kalifornien, träumen von einer eigenen Farm, die aussehen soll wie der Garten Eden. Aber immer kommt das alltägliche Leben dazwischen, bis…. Ja, bis ihr Hund und ein wenig Glück ihnen den Weg zu einer 80 Hektar großen, völlig verwahrlosten Pfirsich-Plantage nördlich von L.A. ebnen. Der Boden sieht aus wie Dessert Valley und das Wasserreservoir ist leer. Was tun? Mit Hilfe eines Permakultur-Designers legen sie die Plantage völlig neu an, entlang der natürlichen Hanglinien und mit 80 Sorten statt nur mit 2 Sorten wie davor. Dazu Tiere und viele, meist freiwillige Helfer. Und sie achten vor allem auf eines, den Boden wieder zu beleben und über den Boden die Vitalität der Pflanzen zu stärken.

7 Jahre brauchen sie dafür und mehr als einmal sieht es so aus, als würden sie scheitern. Doch sie gehen weiter, halten durch und schaffen schließlich ihren Garten Eden. Nicht nur für sich selbst, sondern für ihren kleinen Sohn, der inzwischen geboren wurde. Der Film verbindet sachlich korrekte Informationen und berührenden Bildern und einer Geschichte, der jeder Mensch folgen kann.

Nach dem Film hatte die Stiftung zu einem Glas Sekt und einem Stück Kartoffelbrot eingeladen und die Besucher nutzten die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen. Über regenerative Landwirtschaft, sinnvolle Wassernutzung, Agrofrostsysteme, Zukunftsdörfer u.v.m. Besonders gefreut hat uns, dass einige Landwirte und Bürger ihre konkrete Absicht geäussert haben, in der Stiftung und beim Kompetenzzentrum Boden mitzuarbeiten.